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Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst Skulpturensammlung [M 155]

Thronende Maria mit Kind

http://www.smb-digital.de/eMuseumPlus?service=ImageAsset&module=collection&objectId=868414&resolution=superImageResolution#1640369 (Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst, Staatliche Museen zu Berlin CC BY-NC-SA)
Provenance/Rights: Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst, Staatliche Museen zu Berlin / Volker Schneider (CC BY-NC-SA)

Description

Maria sitzt frontal auf einer schmalen Thronbank, ihre Knie sind parallel nach rechts verschoben, um dem unsicher stehenden Kind zusätzliche Standfläche zu bieten. Ihr Blick geht zwar ebenfalls leicht nach rechts, doch über das Kind hinweg. Mit der linken Hand ergreift es den Mantelsaum Marias, die Rechte ist über ihre linke Brust gelegt, aus der der Knabe trinkt, während er zur Mutter emporschaut. Über dem sonderbar flachen und nicht ausgebreitet nach hinten fallenden Schleier Marias befand sich eine später abgearbeitete und wahrscheinlich ersetzte Krone.
Die allseitige Ausarbeitung der Figur und die nur hinten mit einem Schmuckfries versehene Thronbank sprechen eindeutig für eine freie Aufstellung der kleinformatigen Statuette. Sollte es sich tatsächlich um ein mittelalterliches Bildwerk handeln, wird es wohl für die private Andacht geschaffen worden sein. Die in unbekannter Zeit vorgenommene Abarbeitung der Krone könnte ein Hinweis auf die Hinzufügung einer neuen (nun metallenen?) Krone und somit auf die anhaltende Verehrung in der Neuzeit sein.
Die 1918 als burgundisches Werk des 15. Jahrhunderts erworbene Madonna wurde in die Nachfolge der stehenden Muttergottes im burgundischen Zisterzienserkloster Fontenay gestellt, einer qualitätvollen Skulptur des späten 13. Jahrhunderts mit raffinierter Falten- und Gesichtsbildung. Allenfalls ist jedoch das Material vergleichbar. Dennoch gilt die Maria Lactans weiterhin als burgundisches Werk, wenn auch eher aus der Mitte des 14. Jahrhunderts. Die kompakte Erscheinung, einzelne Motive wie fein ziselierte Haare und reduzierte Falten verraten die Kenntnis des Hofstils Philipps IV. des Schönen von Frankreich bzw. dessen Ausläufer in den Jahrzehnten um 1320 bis 1340. Man sollte sie eher mit kleinformatigen und weniger anspruchsvollen Skulpturen vergleichen, wie etwa mit den um 1300 entstandenen Reliefs von der zerstörten nordburgundischen Abteikirche Crisenon (Yonne; heute in Auxerre, Musée Saint-Germain, Inv. 866.3.1).
Bereits früh wurden nicht unberechtigte Zweifel an der Echtheit der Berliner Figur geäußert. Jedenfalls sprechen die erwähnten bildhauerischen Schwächen, die ganz unterschiedliche Gestaltung der linken und rechten Mantelfaltenpartien sowie die in der Malerei, nicht aber in der Skulptur geläufige Haltung des trinkenden Kindes dafür, dass verschiedene Vorlagen zusammengeführt wurden. Dies kann aber durchaus auch im 14. Jahrhundert geschehen sein.

(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)

Entstehungsort stilistisch: Frankreich

Eigentum des Kaiser Friedrich Museumsverein

Material/Technique

Kalkstein

Measurements

Höhe: 47,5 cm; Breite: 20,5 cm; Tiefe: 19,5 cm; Gewicht: 15,9 kg

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Object from: Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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