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Vorderasiatisches Museum [VA 02708]

Siegesstele des Königs Asarhaddon von Assyrien über Ägypten

http://www.smb-digital.de/eMuseumPlus?service=ImageAsset&module=collection&objectId=1744130&resolution=superImageResolution#3992572 (Vorderasiatisches Museum, Staatliche Museen zu Berlin CC BY-NC-SA)
Provenance/Rights: Vorderasiatisches Museum, Staatliche Museen zu Berlin / Olaf M. Teßmer (CC BY-NC-SA)

Description

"Wer dieses Stele von ihrem Ort entfernt, meinen geschriebenen Namen auslöscht und seinen eigenen Namen hinschreibt, dessen Männlichkeit möge Ischtar, die Herrin des Kampfes und der Schlacht, weiblich machen und ihn gebunden zu Füßen seiner Feinde niedersitzen lassen." - Mit dieser Fluchformel endet die Inschrift, die Vorder- und Rückseite der Stele bedeckt. In Auftrag gegeben wurde das Denkmal von dem assyrischen König Asarhaddon, der zu Beginn des 7. Jahrhunderts v. Chr. die Geschicke Assyriens lenkte. Seine Außenpolitik war geprägt durch den Konflikt mit Ägypten um die Vorherrschaft in Syrien-Palästina. Erst der 2. Feldzug gegen Taharka im Jahre 671 v. Chr. brachte die erhoffte Entscheidung zu seinen Gunsten. Die Stele, die in Sam´al, im Südosten der Türkei gefunden wurde, sollte diesen Sieg für die Nachwelt festhalten. Nicht ohne zuvor die königlichen Schatzkammern geplündert zu haben, kehrte Asarhaddon mit einem Großteil seiner Soldaten nach Ninive zurück. Während Taharka die Flucht gelungen war, wurden Familie und Hofstaat in die Verbannung geführt. Als Ironie des Schicksals mag es gelten, daß Asarhaddon einen dritten Feldzug in das Land am Nil nicht überlebte. Langfristig war dieses Gebiet ohnehin nicht zu halten; bereits unter Psammetich I. konnte Oberägypten 655 v. Chr. seine Eigenständigkeit zurückgewinnen.

Die Vorderseite der Stele zeigt den Herrscher in monumentaler Größe mit königlichen Insignien und zwei bezwungenen Widersachern, die angebunden vor ihm niederknien. In Kopfhöhe befinden sich verschiedene Göttersymbole und Kultbilder in verkleinertem Maßstab. Auf den schmaleren Seitenflächen sind als Novum Asarhaddons Söhne abgebildet: Assurbanipal, der letzte bedeutende Herrscher der Assyrer, und Schamasch-schum-ukin, der den Thron von Babylon übernehmen sollte.

Die unterworfenen Gegner, an Händen und Füßen gefesselt, werden an einem Strick gehalte der zu einem, durch die Unterlippe gezogenen Ring führt. Nach der Tracht zu urteilen, könnte es sich um den ägyptischen Kronprinzen und einen aufständischen syrischen Stadtfürsten handeln. In Betracht kämen Baal von Tyrus oder Abdi-milkutti von Sidon, der wenige Jahre zuvor in Ungnade gefallen und enthauptet worden war.

Der gute Erhaltungszustand der Stele, die aus einem sehr harten Stein gearbeitet war, ist einer Brandkatastrophe zu verdanken, die den Fürstensitz wohl noch im 7. Jahrhundert v. Chr. vollständig zerstört hat. Durch umstürzende Lehmziegelmauern versiegelt, haben Bild und Inschrift die lange Zeit bis zur Auffindung im Jahre 1888 durch die deutschen Ausgräber Robert Koldewey und Felix von Luschan überdauert. [Nadja Cholidis]

Material/Technique

Stein-Basalt

Measurements

Höhe: 322 cm; Breite: 135 cm; Dicke: 62 cm

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Object from: Vorderasiatisches Museum

Das Vorderasiatische Museum der Staatlichen Museen zu Berlin ist im deutschsprachigen Raum das einzige Fachmuseum für die Geschichte und materielle ...

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[Last update: 2019/07/01]

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