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Nationalgalerie Alte Nationalgalerie [A I 654]
https://id.smb.museum/digital-asset/4387243 (Alte Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin CC BY-NC-SA)
Herkunft/Rechte: Alte Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin / Andres Kilger (CC BY-NC-SA)
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Unter den Weiden

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Beschreibung

Zu den großen Tiermalern, die am Ende des 19. Jahrhunderts noch einmal als Vertreter einer wichtigen Gattung der Malerei galten, gehört Julius Bergmann. Er fand während des Studiums an der Akademie in Karlsruhe, insbesondere durch Hermann Baisch, zum Tierfach. Später wurde er selbst zu einem Lehrer auf diesem Gebiet. Er übernahm Professuren in Düsseldorf (1897–1903) und Karlsruhe (1905–1913) für Tiermalerei.
Der Student Bergmann fand überraschend schnell zur Meisterschaft. Das großformatige Frühwerk »Unter den Weiden« zeigt ein einfaches Motiv: zwei Kühe an einem Teich und eine Kuhhirtin unter Bäumen, festgehalten in frischer, skizzierender Malweise. Das Bild ist realistischer als die Werke seines Lehrers Baisch, Lichtmalerei, wie man damals sagte, mit wenigen kräftigen Schattenpartien. Der offizielle Ankauf durch den preußischen Staat überrascht, er ist wohl dem harmlosen Sujet geschuldet.
Das Motiv wurde von Bergmann mehrfach gemalt, eine Variante, »Abend am Tümpel«, entstand 1896 für die heutige Staatliche Kunsthalle Karlsruhe. Diese Darstellungen stehen immer auch unter dem Einfluß der Haager Schule; mehr als die tonigen Bilder von Anton Mauve werden ähnliche Szenen bei Willem Maris mit ihrer sommerlich leuchtenden Farbigkeit vorbildlich gewesen sein. Vermittelt wurde der holländische Einfluß unter Verzicht auf die Tonigkeit schon über den Lehrer Hermann Baisch, doch hat Julius Bergmann in den achtziger Jahren auch zahlreiche Studienreisen unternommen und sowohl Natur wie Kunst studiert. In einem Selbstbekenntnis, das er anläßlich seines sechzigsten Geburtstages 1922 formulierte, greift er hoch: »Corot, Daubigny, Millet und die alten großen Klassiker sind mir helleuchtende Gestirne gewesen, aber mein eigentlicher Morgenstern ist und bleibt mir: Claude Lorrain, der Unerreichbare! In ihm finde ich alles harmonisch vereinigt, was eine Landschaft haben soll: vor allem Größe und dabei den Zauber der Intimität!« (zit. nach: Paul Clemen, in: Die Kunst, Bd. 45, München 1922, S. 116). Mit jenem ersten großen Bild »Unter den Weiden« versuchte sich Bergmann bereits in beidem: ›Größe und den Zauber der Intimität‹. | Angelika Wesenberg

Material/Technik

Öl auf Leinwand

Maße

Höhe x Breite: 108 x 170 cm; Rahmenmaß: 115,5 x 178 x 6 cm

Links/Dokumente

Nationalgalerie

Objekt aus: Nationalgalerie

Die Nationalgalerie umfängt einen Kosmos der Kunst vom 19. Jahrhundert bis in die unmittelbare Gegenwart. Wer sich in ihre Ausstellungen begibt,...

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