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Nationalgalerie Alte Nationalgalerie [A I 614]

Der Reichskanzler Fürst Chlodwig zu Hohenlohe-Schillingsfürst

http://www.smb-digital.de/eMuseumPlus?service=ImageAsset&module=collection&objectId=967852&resolution=superImageResolution#2552843 (Alte Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin CC BY-NC-SA)
Provenance/Rights: Alte Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin / Klaus Göken (CC BY-NC-SA)

Description

Lenbachs Ruhm begann schon bei Lebzeiten zu schwinden, seine repräsentative, sich an historischen Stilen orientierende Porträtmalerei war am Ende des 19. Jahrhunderts obsolet geworden. Hugo von Tschudi aber erwarb 1897 vom Künstler, sicher nicht nur aus taktischen Gründen, das Bild des Reichskanzlers Chlodwig zu Hohenlohe-Schillingsfürst (1819–1901). Tschudi hatte die Sammlung von Bildnissen bedeutender Zeitgenossen fortzuführen, was ihn aber dazu bewog, sich für dieses Werk zu entscheiden, war vermutlich die scharfe, treffende Charakterisierung der Person, der eine frei skizzierende und lebhafte Pinselschrift entsprach.
Der 1894 zum Reichskanzler und preußischen Ministerpräsidenten ernannte Hohenlohe ist als ein bei fein und klug zurückhaltender Art dennoch energischer Politiker dargestellt. Der umgelegte Pelz ist nur skizzenhaft in dünnen Lasurfarben gegeben, durch die Linienführung und Farbgebung ist allein der Kopf mit der hochgewölbten Stirn und den hellen, scharf blickenden Augen betont. Das Individuelle in Stil und Gehalt aber spielte für Tschudi und in der Kunsthistorie um 1900 eine wichtige Rolle.
Lenbach hat in diesem Bereich seiner Porträtmalerei stets den charakteristischen Zug eines Gesichtes wirkungsvoll herauszuholen versucht. Sehr oft dienten ihm Fotografien als Grundlage, sie bürgten für wiedererkennbare Züge. Virtuos ästhetisierte und stilisierte er dann Frauen wie Männer zu besonderen, der Allgemeinheit enthobenen Persönlichkeiten – berückend schön die Frauen, geist- und charaktervoll die Männer. Der Nähe zum Klischee ist er vor allem bei ersterer Personengruppe nicht immer entgangen. Lenbach selbst ahnte, daß nur die wirklich empfundenen Werke von seinem Œuvre bleiben würden. 1894 wurde er in London gefragt, wie er die Nachwirkung seines Werkes einschätze. Klarsichtig antwortete er: »Was das anlangt, so denke ich, dass ich möglicherweise eine Aussicht auf Nachruhm haben kann, aber nur dann, wenn Individualisierung und Charakterisierung von bleibendem Wert in einem Bilde angesehen werden. Dies werde ich aber nie wissen, da es nur von den Nachkommen beurteilt werden kann« (zit. nach: Franz von Lenbach, Ausst.-Kat., München 1986, S. 10). | Angelika Wesenberg

Material/Technique

Öl auf Leinwand

Measurements

Höhe x Breite: 73,5 x 60,5 cm; Rahmenmaß: 89 x 76 x 8 cm

Painted ...
... Who:
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Literature

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Keywords

Object from: Nationalgalerie

Die Nationalgalerie umfängt einen Kosmos der Kunst vom 19. Jahrhundert bis in die unmittelbare Gegenwart. Wer sich in ihre Ausstellungen begibt, ...

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[Last update: 2019/02/06]

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