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Münzkabinett Medaillen 20. Jh. bis heute [18252095]

Hoyer, Heinz: Nicht nur Rennen nach der schnellen Mark

https://ikmk.smb.museum/mk-edit/images/n54/54432/vs_org.jpg (Münzkabinett, Staatliche Museen zu Berlin - Stiftung Preußischer Kulturbesitz CC BY-NC-SA)
Provenance/Rights: Münzkabinett, Staatliche Museen zu Berlin - Stiftung Preußischer Kulturbesitz / Lutz-Jürgen Lübke (Lübke und Wiedemann) (CC BY-NC-SA)

Description

Vorderseite: "NICHT NUR / RENNEN" - Stilisierte männliche Figur im schnellen Lauf nach links.
Rückseite: "NACH DER / SCHNELLEN" - 1-DM-Stück mit stilisierten Beinen rennt nach links. Im r. F. ist die linke Hand des Läufers der Vorderseite zu sehen, der nach der DM greift.

Die vorliegende Medaille gehört zu einer Gruppe von vier Typen, die gemeinsam als Wertstufen ein eigenständiges Nominalsystem bilden. Jedes ist mit mahnenden Redewendungen verbunden: Das 1-Pfennig-Stück mit dem Spruch ´Die Ohren steif´, das 10-Pfennig-Stück mit ´Denken bis der Groschen fällt´, das 50-Pfennig-Stück mit ´Hütet Euch´, ergänzt von dem vorliegenden 1-Mark-Stück. Die Redewendungen werden in Bilder übersetzt, etwa wenn wie hier die Mark Beine erhält, um rennen zu können. Man denkt bei dem Sprinter der Vorderseite unwillkürlich an einen (Neu-)Kapitalisten oder an einen sogenannten Wendegewinner. Gestalterisch interessant ist auf dem vorliegenden Stück insbesondere das Übergreifen der Vorderseite auf die Rückseite. Hoyer schafft mit seinen Arbeiten eine Künstlerwährung. Dabei geht es ihm nicht nur um Geld: Vielmehr stehen auch Werte zur Diskussion, und zwar moralisch-persönliche Charakterwerte, mit denen ein Mensch in der Lage ist, im übertragenen Sinne Vermögen anzuhäufen: Durchhaltevermögen (1 Pfennig), Denkvermögen (10 Pfennig), Urteilsvermögen (50 Pfennig) und Unterscheidungsvermögen (1 Mark). Anstatt auf den erhobenen moralischen Zeigefinger setzt Hoyer in sympathischer Weise auf doppeldeutigen Witz und Ironie, um den Menschen den Spiegel vorzuhalten und vor den Tücken des Geldes zu warnen. Die vorliegende Medaille gelangte 1994 in die FIDEM-Auswahl Budapest. Mit ihren drei Partnermedaillen gehört sie zur Edition ‚KunstGeld 1993‘, die sich auf verschiedenste Weise mit dem Spannungsfeld von Kunst und Geld auseinandersetzt. Die Edition wurde unter der Schirmherrschaft des Berliner Münzkabinetts, vertreten durch Wolfgang Steguweit, durch den Berliner Medailleurskreis entwickelt. Sie umfasste 21 Arbeiten von zehn Berliner Bildhauern, Grafikern und Medailleuren. Alle Werke waren auf eine Menge von 10 Stück limitiert und wurden zu Festpreisen durch das Tempelhofer Münzenhaus Heinz Senger vertrieben. Die Gruppe bestand aus Axel Bertram, Horst Engelhardt, Wilfried Fitzenreiter, Florian Flierl, Evelyn Hartnick, Heinz Hoyer, August Jäkel, Roland Nicolaus, Anna Franziska Schwarzbach und Heidi Wagner-Kerkhof. Im Folgejahr wurde die Edition unter dem Titel ‚KunstGeld 1994. Balance halten - Dialog‘ mit teilweise anderen Teilnehmern weitergeführt. - Gegossen in der Gießerei Flierl.

Material/Technique

Bronze, gegossen

Measurements

46 mm, 42.57 g

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Keywords

Object from: Münzkabinett

The Münzkabinett (Numismatic Collection) in Berlin is one of the most significant collections of coins and medals in the world. A representative ...

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