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Ägyptisches Museum und Papyrussammlung Ägyptisches Museum [ÄM 24142]

Grabstele der Aplonarin und des Lysimachos

http://www.smb-digital.de/eMuseumPlus?service=ImageAsset&module=collection&objectId=771628&resolution=superImageResolution#2950967 (Ägyptisches Museum und Papyrussammlung, Staatliche Museen zu Berlin Attribution-NonCommercial-ShareAlike 3.0 Unported (CC BY-NC-SA 3.0))
Provenance/Rights: Ägyptisches Museum und Papyrussammlung, Staatliche Museen zu Berlin / Sandra Steiß (Attribution-NonCommercial-ShareAlike 3.0 Unported (CC BY-NC-SA 3.0))

Description

Zum Korpus der wahrscheinlich aus Terenuthis, dem heutigen Dorf namens Kom Abu Billu im Westdelta, stammenden Grabstelen der Römischen Kaiserzeit gehört auch die rechteckige Stele der Aplonarin und des Lysimachos. Sie weist eine Ädikula-Umrahmung mit seitlichen Papyrussäulen und einem Rundbogengiebel auf. In dem architektonischen Rahmen ist in versenktem Relief auf einer Kline eine halbliegende Frau in hellenistischem Gewand und mit Melonenfrisur dargestellt, die in ihrer rechten Hand ein Trinkgefäß emporhält. In ihrer linken Hand hält sie eine Handgirlande. Die Kline wird nur durch die darauf befindliche Matratze und zwei Kissen, auf denen die Darstellte ihren linken Ellenbogen stützt, angedeutet. Zu ihrem Fußende sitzt ein Knabe mit Seitenlocke auf einem hohen Polster, der seine beiden Hände erhebt. Direkt über dem Knaben ist ein auf einer Konsole liegender Schakal zu sehen. Unterhalb der Darstellungen befindet sich eine in zwei waagerechten Zeilen eingravierte griechische Inschrift. Der Text lautet: „Aplonarin, (verstorben im Alter von) 40 Jahren; Lysimachos, (verstorben im Alter von) 1 Jahr. Seid guten Muts!“ Die Pluralendung des Segenwunsches wurde nachträglich – wenn auch orthographisch ungenau – hinzugefügt.
Die verstorbene Aplonarin erbittet mit der angehobenen, dem Trinkgefäß haltenden Hand um Trankopfer von den Hinterbliebenen. Die Handgirlande aus Rosenblüten in ihrer linken Hand galt im ägyptischen Bereich als Rechtfertigungskranz nach einem glücklich überstandenen Totengericht. Der liegende Schakal stellt den ägyptischen Jenseitsgott Anubis dar. Offenbar besitzt der sehr jung verstorbene Knabe Lysimachos keine eigene Grabstele, sondern wurde zusammen mit Aplonarin – wohl eine enge Familienangehörige – auf einer Stele abgebildet. Seine Jugendlocke, die ein Kennzeichen für Kindheit in der ägyptischen Ikonographie ist, kennzeichnet ihn eindeutig als Kind.
Die Grabstelen aus Terenuthis waren in der Regel nur für eine verstorbene Person gedacht. Nur wenn die Todesdaten der Personen dicht beieinander lagen und sie tatsächlich miteinander begraben wurden, konnten mehrere Personen gemeinsam auf einem Relief verewigt werden. Dies geschah zumeist nach Krankheiten oder Unglücksfällen, denen mehrere Familienmitglieder zum Opfer gefallen waren. Bei Aplonarin und Lysimachos war dies wahrscheinlich auch der Fall. Die erhobenen Hände des Knaben sind daher wohl nicht als Anbetungsgestus zu verstehen. Vielmehr wurde dieser Gestus als Kennzeichnung jüngerer Verstorbene gegenüber Älteren eingesetzt, welche die wichtigen Lebensziele wie Familiengründung und das auf die Welt Bringen von Nachkommen bereits erfüllt hatten. Die Stele wurde nicht als freistehendes Objekt gedacht, sondern war wahrscheinlich als Schmuck des Grabes in einer Nische an der Rückwand eingefügt.
(I. Liao)

Material / Technique

Kalkstein (Material / Stein)

Measurements ...

Höhe x Breite x Tiefe: 42 x 34 x 8 cm; Höhe x Breite: 43 x 34 cm (lt. Inv.); Gewicht: 17,88 kg

Created ...
... when
... where [probably]

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[Last update: 2018/06/26]

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