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Ägyptisches Museum und Papyrussammlung Ägyptisches Museum [ÄM 23721]

Grabstele mit der Darstellung eines aufgebahrten Persers umgeben von Trauernden

http://www.smb-digital.de/eMuseumPlus?service=ImageAsset&module=collection&objectId=772790&resolution=superImageResolution#5166844 (Ägyptisches Museum und Papyrussammlung, Staatliche Museen zu Berlin Attribution-NonCommercial-ShareAlike 3.0 Unported (CC BY-NC-SA 3.0))
Provenance/Rights: Ägyptisches Museum und Papyrussammlung, Staatliche Museen zu Berlin / Fotograf unbekannt (Attribution-NonCommercial-ShareAlike 3.0 Unported (CC BY-NC-SA 3.0))

Description

Diese Stele ist eine um 1909 getätigte Entdeckung aus dem heutigen Dorf Mitrahine, dem antiken Memphis, die 1934 aus der Sammlung des Freiherrn von Bissing für das Museum erworben wurde. Insgesamt ist die Szene in zwei horizontal begrenzte Segmente aufteilbar, die von einem vorspringenden, leistenförmigen Rahmen umschlossen wird.
Zentral und dominant ist eine Kline mit gedrechselten Füßen platziert, auf der drei übereinander geschichtete Matratzen liegen. Darauf ist ein Mann, der mit einem eng anliegenden Hemd oder einer Tunika bekleidet ist, aufgebahrt. Der Kopf des Mannes wird von einem zylindrischen Hut bedeckt unter dem das lange, in Locken dreigeteilte Haupthaar hervorragt. Er ruht auf einem kopfstützenartig wirkenden Kissensegment. Weiterhin trägt er einen langen Vollbart, der ihm bis zur oberen Brust reicht und dort ebenfalls in Locken mündet. Bereits auf der Stirn lässt sich ein Haaransatz erkennen, der unter dem Hut hervorragt.
Der aufgebahrte Mann ist sowohl von rechts als auch von links von je zwei menschlichen Gestalten pro Seite umgeben. Zur rechten befinden sich zwei Frauen, die mit einem auf Hüfthöhe zusammengeknoteten Rock bekleidet sind. Beide tragen etwas mehr als schulterlange Haare beziehungsweise Perücken während ihre Oberkörper unbekleidet sind. Die vom Betrachter aus linksstehende Frau erhebt ihre rechte Hand zum Schutzgestus, während ihre linke Hand zum Haupt des Liegenden ausgestreckt ist. Hingegen zieht sich die rechts stehende Frau an ihren eigenen Haaren. Parallel zu den beiden Frauen spiegeln die beiden Männer zu Füßen des Liegenden ihre Gesten. Ihre Häupter sind mit Zipfelmützen bedeckt und sie tragen langärmelige Gewänder und Hosen. Beide scheinen einen Vollbart zu tragen. Der am linken Rand dargestellte erhebt beide Hände vor seinen Kopf, während der rechte mit der linken Hand den zuvor benannten Schutzgestus spiegelt und sein rechter Arm zum Aufgebahrten strebt.
Im oberen Bildsegment befinden sich drei weitere Figuren. Auf dem rechten, kürzeren Steg sitzt eine Sirene, die an ihrem anthropomorphen Frauenoberkörper und ihrem theriomorphen Unterkörper als solche ersichtlich ist. Auch sie fasst sich in einem klagenden Gestus an den Kopf, von dem etwa schulterlanges Haar herabfällt. Eine weitere Sirene sitzt auf der gegenüberliegenden linken Seite. Ihre körperlichen Eigenschaften entsprechen den bereits beschriebenen, mit dem Unterschied, dass diese schmaler und dadurch gestauchter wirken. Weiterhin befindet sich hinter ihr die Darstellung eines Mannes, der ein mähnenloses Pferd neben sich herführt. Sein Kopf ist grob gearbeitet und somit schwer erkennbar, jedoch trägt er eine Glatze und ein etwa kniehohes Gewand. Vor der Bahre beziehungsweise der Kline befindet sich weiterhin eine Art Schemel, von dem aus der frontalen Ansicht zwei Füße erkennbar sind, welche wiederum auf zwei sichtbare Füße montiert sind.

Anhand der dargestellten Szene wird ersichtlich, dass die Stele in einen funerären Kontext einzuordnen ist. Der Leichnam des aufgebahrten Mannes wird von den klagenden Frauen und Männern rituell betrauert. Auffällig ist die für ägyptische Verhältnisse untypische Darstellungsweise der Protagonisten. Die Bart- und Haartracht der Männer, wie auch die Kopfbedeckungen, suggerieren eine Zuordnung zu persischen Darstellungskonventionen, während die Sirenen derart weder für Ägypten, noch für Persien belegbar sind. Ein weiterer Hinweis, der ebenfalls auf die persische Ethnizität des Toten hinweist, besteht in dem mähnenlosen Pferd, welches vermutlich dem Besitzer gehörte und von einem Diener zur Szene geführt wird. Zudem ist bekannt, dass das Entfernen der Pferdemähne im Kontext der persischen Trauerkultur in militärischen Zusammenhängen steht. Dies spricht für die militärische Zugehörigkeit des Verstorbenen.
Der wissenschaftliche Konsens legt eine Einordnung der Stele in das Ende des sechsten vorchristlichen Jahrhunderts, das durch ei

Material / Technique

Kalkstein (Material / Stein)

Measurements ...

Höhe x Breite x Tiefe: 23,5 x 44,5 x 8,5 cm; Höhe x Breite: 23 x 45 cm (lt. Inv.); Gewicht: 11,74 kg

Created ...
... when
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... where

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[Last update: 2019/02/03]

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