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Ägyptisches Museum und Papyrussammlung Ägyptisches Museum [ÄM 24149]

Grabstele der Ailia Pompeia, auch Juliane genannt, vor den Göttern Horus (Falke) und Anubis (Schakal)

http://www.smb-digital.de/eMuseumPlus?service=ImageAsset&module=collection&objectId=771644&resolution=superImageResolution#2950969 (Ägyptisches Museum und Papyrussammlung, Staatliche Museen zu Berlin Attribution-NonCommercial-ShareAlike 3.0 Unported (CC BY-NC-SA 3.0))
Provenance/Rights: Ägyptisches Museum und Papyrussammlung, Staatliche Museen zu Berlin / Sandra Steiß (Attribution-NonCommercial-ShareAlike 3.0 Unported (CC BY-NC-SA 3.0))

Description

Die wahrscheinlich in Terenuthis hergestellte Grabstele aus Kalkstein, deren Ränder teilweise abgebrochen sind, zeigt eine in Kontrapose stehende Frau in hellenistischer Gewandung, die ein Sistrum in ihrer erhobenen rechten und eine Handgirlande in der linken Hand hält. Um ihr linkes Handgelenk befindet sich noch ein herabhängendes Objekt, wohl eine Situla. Dies wurde meist als ein Teil des drapierten Gewands interpretiert. Ihr Gesicht ist teilweise zerstört. Die Frauengestalt wird von einem Ädikula-Rahmen mit flachem Segmentgiebel eingerahmt. Die Säulen sind größtenteils weggebrochen. Links von der Frau sitzt ein Schakal, der ihr zugewandt ist und auf sie blickt. Über ihm steht auf einer geschweiften Konsole ein Horus-Falke. Auf einem im rechten Bildfeld befindlichen Gegenstück war möglicherweise ein liegender Anubis-Schakal dargestellt, von dem nur noch sehr geringe Spuren erhalten sind. Darunter befindet sich der untere Teil eines ständerartigen Gebildes, dessen Form an einen Räucheraltar erinnert.
Zwischen den beiden Säulen und unterhalb der Darstellungen in erhabenem Relief befinden sich sechs Zeilen griechischer Inschrift: „Ailia Pompeia, auch Juliane genannt, die unvergleichliche, fromme, mutterliebende, (verstorben im Alter von) 10 Jahren, 2 Monaten und 19 Tagen. Sei guten Muts.“ Die Namensform des verstorbenen Mädchens weist darauf hin, dass sie das römische Bürgerrecht besaß. Der Gentilname Aelius legt die Vermutung nahe, dass die Stele in die nachhadrianische Zeit datiert, da von den Römischen Kaisern zuerst Hadrian diesen Namen geführt hatte.
Die verstorbenen Kinder in Terenuthis wurden normalerweise auf ihren Grabstelen stehend mit erhobenen Armen gezeigt. Mit dieser Haltung soll vermutlich verdeutlicht werden, dass sie die wichtigen Lebensziele, wie zum Beispiel Familiengründung und das auf die Welt Bringen von Nachkommen, nicht erreicht hatten. Für die jung verstorbene Ailia Pompeia wurde jedoch bewusst eine andere Ikonographie ausgewählt: Die Handgirlande aus Rosenblüten war ein Rechtfertigungskranz nach überstandenem Totengericht. Das Sistrum wurde Ailia Pompeia entweder wegen des Bezugs auf den ab der Ptolemäischen Zeit in Terenuthis belegten Hathor-Tempel oder wahrscheinlicher aber wegen der Verbindung zur Göttin Isis beigegeben. Zusammen mit der Situla wurde das Sistrum als wichtiges Kultgerät der Isis betrachtet, wie es zahlreiche Darstellungen der Isis-Dienerinnen belegen. Ihr Gewand mit einer verzierten Schärpe ist auch eine der typischen Trachten für Isis-Priesterinnen in der Griechisch-Römischen Zeit.
Des Weiteren sind die paarweise auftretenden Horus-Falken und Anubis-Schakale auf den Konsolen auf mehreren Terenuthis-Stelen belegt, wobei in der Regel der das Jenseits symbolisierende Anubis-Schakal links und der für das Diesseits stehende Horus-Falke rechts abgebildet sind. Ob es sich bei der Seitenumkehrung der beiden Götter auf dieser Stele sowie der Position des Räucheraltars zur Linken der Toten, der meist auf der rechten Seite abgebildet ist, um eine gewollte Abweichung oder einen kompositorischen Fehler handelt, bleibt ungeklärt.
(I. Liao)

Material / Technique

Kalkstein (Material / Stein)

Measurements ...

Höhe x Breite x Tiefe: 33 x 22,7 x 6,5 cm; Höhe x Breite: 32 x 22 cm (lt. Inv.); Gewicht: 4,72 kg

Created ...
... when
... where [probably]

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[Last update: 2018/06/26]

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