museum-digitalsmb

Close

Search museums

Close

Search collections

Kupferstichkabinett [167-1897]

Die Trägheit (La Paresse)

http://www.smb-digital.de/eMuseumPlus?service=ImageAsset&module=collection&objectId=1618922&resolution=superImageResolution#3335465 (Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin CC BY-NC-SA)
Provenance/Rights: Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin / Jörg P. Anders (CC BY-NC-SA)

Description

Obwohl Vallotton den größten Teil seines Lebens der Malerei widmete, auch radierte und lithographierte, so entfaltete sich doch seine Begabung am reinsten im Holzschnitt. Die seit Beginn der 1890er Jahre bis zur Jahrhundertwende in Paris entstandenen, schon früh gewürdigten Holzschnitte machten ihn bald weit über die Grenzen Frankreichs hinaus bekannt und beeinflußten mit ihrer plakativen Flächenhaftigkeit eine ganze Generation jüngerer Künstler wie Edvard Munch [Online-Katalog], Nicholson, Kandinsky oder den Expressionisten E. L. Kirchner.
Vallottons Stil verdankt der japanischen Holzschnittkunst wesentliche Anregungen. Im Umgang mit den Malern der Nabis-Gruppe um Maurice Denis [Online-Katalog] sowie im intellektuellen Klima des um den Verleger der symbolistischen Avantgarde-Zeitschrift »La Revue Blanche« gebildeten Kreises präzisierten sich seine Vorstellungen einer neuen, ornamental-dekorativen Flächenkunst und fanden ihre eigene Sprache. Ein ausgeprägter Realitätssinn und die scharfe, gelegentlich sarkastische Interpretation von Wirklichkeit unterscheiden ihn bei allen Gemeinsamkeiten von den Nabis-Freunden. Diese nannten Vallotton treffend »nabi étranger«, womit sie sowohl auf seine schweizerische Herkunft als auch auf seine Eigenart anspielten.
»La Paresse« gehört nicht nur aufgrund ihres erotischen Reizes zu den bekanntesten und am meisten geschätzten Holzschnitten Vallottons. Der junge E. L. Kirchner ließ sich 1905 durch dieses Blatt zu mehreren Holzschnitten mit verwandten Aktdarstellungen inspirieren. Höchst wirkungsvoll setzt Vallotton hier die weißen klaren Formen von Akt und Katze einem schwarzflächigen Untergrund entgegen. Auf dem Bett und in der Kissenzone durch gliedernde Streifen sowie abwechslungsreiche Musterungen belebt, unterstreicht er durch seine spannungsvolle Dynamik die lethargische Sinnlichkeit des Aktes, der sich selbstvergessen der Katze widmet.

Text: Sigrid Achenbach, in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 420f., Nr. VII.71 (mit weiterer Literatur)

Material/Technique

Holzschnitt, auf Papier; bezeichnet im Holzstock unten links "LA PARESSE", monogrammiert unten rechts "FV"

Measurements

Blattmaß: 17,8 x 22,3 cm

Printing plate produced ...
... Who:
... When

Links / Documents

Object from: Kupferstichkabinett

Das Kupferstichkabinett ist das Museum der Graphischen Künste bei den Staatlichen Museen zu Berlin. Es bildet dort das Sammlungs-, Kompetenz- und ...

Contact the institution

[Last update: ]

Usage and citation

Cite this page
The textual information presented here is free for non-commercial usage if the source is named. (Creative Commons Lizenz 3.0, by-nc-sa) Please name as source not only the internet representation but also the name of the museum.
Rights for the images are shown below the large images (which are accessible by clicking on the smaller images). If nothing different is mentioned there the same regulation as for textual information applies.
Any commercial usage of text or image demands communication with the museum.