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Haarbild als Blumenstrauß zum Totengedenken

Museum Europäischer Kulturen [D (34 C 2) 3/1956]
http://www.smb-digital.de/eMuseumPlus?service=ImageAsset&module=collection&objectId=2350293&resolution=superImageResolution#5687435 (Museum Europäischer Kulturen, Staatliche Museen zu Berlin CC BY-NC-SA)
Provenance/Rights: Museum Europäischer Kulturen, Staatliche Museen zu Berlin / Christian Krug (CC BY-NC-SA)
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Description

Das Haarbild enthält einen kegelförmigen Blütenzweig aus blondem bis hellbraunem Haar. Die Blüten sind zum Teil in Schlingen- und Schlaufentechnik, zum Teil in Wickeltechnik gefertigt. Am unteren Ende des Straußes befindet sich eine schwarze Samtschleife, darunter wiederum eine verschlungene Hohlflechte aus deutlich dunklerem Haar. Die Haararbeit befindet sich in einem flachen, rechteckigen Kasten, der am Boden mit weißem Papier ausgelegt und oben mit einer schwarz gerahmten Glasscheibe abgedeckt ist. Die schräg aufsteigenden Wände zieren Spiegelglasstreifen. Umlaufend schmückt den Kasten eine Borte sowie Eckverzierungen aus geprägtem und gestanztem Goldpapier.

Auf die Rückseite ist folgende handschriftliche Notiz zu lesen: »Haar von Frau Scharlotte Ebel / zu Kerzlin Kr. Ruppin / angefertigt von Frau Kirchhoff 1900 / in Wusterhausen a. Dosse Kr. Ruppin / im Besitz der Enkelin / Ida Giese Rathenow Forststr. 56«. Geht man davon aus, dass sämtliche in dem Haarbild eingesetzten Haare von derselben Person – Scharlotte Ebel – stammen, so muss das Haar zu unterschiedlichen Zeitpunkten ihres Lebens geschnitten worden sein. Eine andere mögliche Erklärung für die verschiedenen Haarfarben wäre, dass für das Totengedenkbild Haare von mehreren Angehörigen verarbeitet wurden – was durchaus üblich war –, und nur ein Teil davon, etwa die dunkelbraune Flechte am Fuß des Bildes unterhalb der schwarzsamtenen Schleife, von Scharlotte Ebel stammt. Die Aufschrift auf der Rückseite wäre dann allerdings nicht korrekt oder zumindest nicht vollständig. Tatsächlich scheinen die Angaben auf der Rückseite zu verschiedenen Zeitpunkten gemacht worden zu sein, darauf verweisen die unterschiedlichen Farbtöne der verwendeten Tinte. Die Datierung wurde offenbar nachträglich hinzugefügt, nicht zeitgleich zu der ebenfalls nachträglichen Besitzangabe. Die etwas ungelenke blaue Schrift mag auf ein erhöhtes Alter der Enkelin zum Zeitpunkt des Vermerks zurückzuführen sein.

Literatur: Jana Wittenzellner (2020): Haarbilder. Erinnerungen unter Glas. Husum: Verlag der Kunst.

Material/Technique

Menschenhaar, Draht, Samtband, Goldborte, Eckverzierungen, Pappkasten, verglaster Holzrahmen

Measurements

Höhe x Breite x Tiefe: 42 x 32 x 5 cm

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Object from: Museum Europäischer Kulturen

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